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2017.01.29 - Neu-Ulm: Im Niedrigstwasser gekentert, 13 Stunden Bergung

(c) Augsburger Allgemeine


Neu-Ulm: Wo unter tags Enten watscheln, Jogger ihre Runden drehen und Spaziergänger frische Luft schnappen, herrscht an diesem Vormittag emsiges Treiben. Dutzende Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und dem Technischen Hilfswerk eilen umher und schmieden Pläne, wie die havarierte "MS Donau" aus dem Fluss gezogen werden kann – und dazu schwingt eine leise Melodie durch die Lüfte.
Irgendwo zwischen den vielen Helfern, steht der Besitzer des Ausflugsschiffs, Reinhold Kräß, und nimmt Abschied von seinem geliebten Boot – auf seine Weise: Er spielt auf dem Akkordeon das Abschiedslied "Aloha Oe"...
Großeinsatz an der Donau: Schiffsbergung dauert 13 Stunden
Bis das Ausflugschiff allerdings geborgen wird, vergehen mehr als 13 Stunden des Wartens. Bei klirrender Kälte. Denn am Neu-Ulmer Donauufer weht an diesem Vormittag ein eisiger Wind. Minus fünf Grad zeigt das Thermometer mittags an. Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) steigen in speziellen Tauchanzügen hinab zum Schiff und in die Donau, deren Wasser wärmer ist, als die Luft. Am Boot werden Befestigungen für die Ketten des Krans angebracht. Dieser steht im Hinterhof an der Augsburger Straße 94 und soll das Schiff aufrichten, sodass über 16000 Liter Wasser-Öl-Gemisch aus dem Inneren abgepumpt werden können.
Erst dann kann das 32 Tonnen schwere Boot aus dem Fluss gehoben werden. Wie berichtet, war der niedrige Wasserstand der Donau, der durch einen technischen Defekt im Kraftwerk Böfingen verursacht wurde, der Grund für die Havarie der MS Donau. Die lief daraufhin am Neu-Ulmer Ufer in der Nähe des "Barfüßer"-Parkplatzes teilweise auf Grund.
Besitzer der MS Donau nimmt mit Lied Abschied
Dort hat Rudolf Saumweber direkten Blick auf das Spektakel. Er schaut sich das Spektakel aus nächster Nähe an, da sich seine kleine Galerie dort befindet, wo das Ausflugsschiff all die Jahre im Wasser lag. "Ein bisschen wehmütig bin ich jetzt schon", sagt der Neu-Ulmer. Auch wenn er weiß, dass nicht jeder seine Freunde an dem Schiff, das seit mehr als fünf Jahren nicht mehr fährt, hatte. !Im Sommer sitze ich immer draußen auf meinem Bänkchen!, sagt Saumweber und zeigt auf eine Sitzgelegenheit direkt am Donauradweg. "Da kamen oft Leute vorbei und haben mich auf das Schiff angesprochen".
Er kann sich noch gut daran erinnern, wie es überhaupt hierher zur Anlegestelle kam: Offenbar hat Besitzer Kräß, dessen Nachbar Saumweber ist, den Unterbau in Emden, im Nordwesten Niedersachsens, anfertigen lassen. Gemeinsam haben der MS-Donau- und der Ulmer-Spatz-Kapitän das Konstrukt über Wasserweg nach Neu-Ulm gebracht. In einer Halle im Wiley sei das Schiff dann weitergebaut worden. "Da hab’ ich auch öfter Mal vorbei geschaut", sagt Saumweber.
Bootsbesitzer Kräß selbst möchte nichts mehr zum havarierten Schiff sagen. Er sieht sich von einer Dachterrasse aus an, wie seine MS Donau geborgen wird. Und das dauert eine ganze Weile. THW und Feuerwehr versuchen, das Boot zunächst mit zwei Kettensträngen an einer Seite aufzurichten. Vorsichtig bringt der Kranführer die Zugseile auf Spannung. Wie Feuerwehr-Pressesprecher Wilhelm Schmid mitteilt, bestehe die Gefahr, dass der Dieseltank reiße und 1000 Liter Heizöl – damit wurde das Schiff zuletzt betrieben – ins die Donau fließen. Daher seien 100 Meter Flussabwärts speziell ausgerüstete Feuerwehrboote platziert, die das Öl auffangen. Doch sie kommen an diesem Nachmittag nicht zum Einsatz.
Bergung aus der Donau verzögert sich mehrmals

Jedoch heißt es statt Öl im Wasser, Flammen im Boot: Denn als Feuerwehrmänner mit einem Winkelschleifer an Gegenständen im Boot ansetzen, entzünden Funken eine Kunststoffvorrichtung. Noch einmal verzögert sich die Bergung. Um 19.45 Uhr schwebt das um einige Fensterscheiben, Metall-Gitter und Plastikwände erleichterte Schiff in der Luft. In zentimetergenauer Maßarbeit steuert der Kranführer das Wrack über Sträucher und Zäune und zwischen Bäumen hindurch.

Um 20.10 Uhr ist es endlich geschafft: Die MS Donau liegt auf dem Auflieger des Schwertransporters, der sie auf ihrer letzten Reise zum Schrottplatz in der Lessingstraße begleitet – vermutlich ganz ohne Begleitmusik und "Aloha Oe", in dem es heißt: "Farewell to Thee" – Abschied von dir.

( Augsburger Allgemeiine / kl )

 

 


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